Dampfer-Glücksmomente: Neulich beim Späti

Dies ist ein Beitrag zur Dampfer-Blogparade „Meine Glücksmomente“.

Am Eck, an dem ich wohne, ist gleich gegenüber ein „Späti“. So nennt man in Berlin die Nachfahren der Tante-Emma-Läden, die bist tief in die Nacht alle Lebens- und Genussmittel vorhalten, die so gebraucht werden. Getränke, Tabakwaren, Knabberzeugs, aber auch Dosen, TK-Pizza, ein paar Grundnahrungsmittel und Süßkram ohne Ende.

Ich hatte beim letzten Supermarkteinkauf Salz vergessen (ein Glück, dass es Spätis gibt!) und stand nun am Tresen zum zahlen an. Vor mir nur noch ein anderer Kunde, ein Mann mittleren Alters, der auch gerade zahlte. „7 Euro 70!“ sagte der aus Bulgarien eingewanderte Späti-Unternehmer, der mit seinem Lädchen allen in der Nachbarschaft das Leben erleichtert. Noch hatte der Kunde seinen Einkauf nicht eingesteckt, ich konnte also sehen:

Javaanse Jongens1 x Javaanse Jongens Tabak – 6 Euro
1 x Muskote Blättchen – 0,60 Euro
1 x Drehfilter – 1,10 Euro.

Genau dieses „Paket“ hatte ich auch immer gekauft, Jahrzehnte lang – und unaufhaltsam war es immer teurer geworden. Sogar teuer als es denn Anschein hatte, denn mit dem steigenden Preis verkleinerte sich auch noch die Packung von früher mal 50 Gramm Tabak zu jetzt grade mal noch 33 Gramm. 1982 hatte dieser Tabak 2,90 gekostet und geworben wurde mit „Mehr muss der Spass nicht kosten“ (hier ein bisschen Atmosphäre von damals…).

Ich war immer „markentreu“, denn der Javaanse erschien noch relativ „sauber“, kein Parfum und so. Dass ich allerdings „das Paket“ aus Tabak, Blättchen und Drehfilter in den letzten Jahren meiner Raucherkarriere alle 1,5 Tage kaufen musste, hat mich zunehmend gestört. Was für Unsummen für die eigene Vergiftung!
Für stinkende Klamotten und vergilbende Wände, für Hüsteln und Räuspern, für die Atemnot auf der dritten Treppe – ätzend!

ICH BRAUCH DAS NICHT MEHR! WAS FÜR EIN GLÜCK!!!

Das war mein „Glücksmoment“ neulich beim Späti. Nicht weiter spektakulär, aber wahr. Das Dampfen hab‘ ich Ende 2014 entdeckt und bin „schleichend umgestiegen“. Mittlerweile kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dermaßen abhängig zu sein und auch noch soviel Geld dafür auszugeben!
Jetzt kaufe ich vielleicht alle zwei Monate mal ein paar neue Liquid-Fläschchen, vergleichsweise zum Spottpreis. Und ich könnte noch mehr sparen, würde ich endlich selber mischen (ist im Plan).

Das Finanzielle ist nicht das Wichtigste am Umstieg aufs Dampfen, aber doch ein ganz wesentlicher Faktor bei der anfänglichen Motivation. Und ganz gewiss ist es für diverse Konzerne und auch den Finanzminister ein Ärgernis, dass man sich der teuren Tabak-Sklaverei so einfach entziehen kann!

Wenn du noch rauchst: probier es aus! Es dauert vielleicht ein bisschen, bis du das für dich richtige Gerät und passende Liquids gefunden hast – aber es lohnt sich! Mein „Glücksmoment“ ist nämlich nur einer von vielen. Seit ich dampfe und nicht mehr rauche häufen die sich.

Ein Klick auf das Banner bringt dich zur Blogparade:

dbp02-mini

Und hier ein paar Beiträge, die bereits eingegangen sind:

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Claudia,
    wem würde ein volleres Geldbeutelchen kein Glücksgefühl entlocken? 🙂 Ja das ist außer den vielen anderen Vorteilen auch ein nicht unbedeutender Aspekt.
    Vielen Dank für deine nette Geschichte, den Späti kannte ich noch gar nicht 🙂
    Liebe Grüße
    Katrin

  2. Das kann ich nachvollziehen. Genau solche positiven Gefühle erreichen mich auch, wenn ich Leute dabei beobachte, wie sie sich versorgen und ich dann feststelle, dass ich davon losgekommen bin.

    Es kommt bei mir oft noch ein weiterer Faktor hinzu… das Fehlen der schier unendlichen Abhängigkeit. Zumindest bei mir war es so (ich höre das ähnlich aber auch immer wieder mal von Rauchern und Exrauchern)… wenn einem die Kippen ausgingen… also was man so „ausgehen“ nennt… oft hatte man noch ein dreiviertel Bigpack… da wurde man fürchterlich nervös. Oft bin ich in solchen Situationen noch spät aus dem Haus gerannt und oft zu einer Tanke gefahren, um mir schnell noch ein, zwei Schachteln „zur Sicherheit“ zu besorgen. Wenn ich mir jetzt mein Dampfverhalten anschaue, dann könnte mir das nicht mehr passieren. Selbst wenn mir mein Liquid ausginge, hätte ich keinen Stress damit, zu warten, bis ich mir ganz normal welches besorgen könnte. Auch Phasen, in denen ich nicht Dampfe, sind immer wieder vorhanden (ergibt sich einfach so)… auch das wäre zu Raucher-Zeiten fast unmöglich gewesen.

    Echt ein schöner Beitrag von Dir.

  3. Hallo Claudia,

    ein unvermittelter Sprung in vergangene Zeiten 🙂

    Selbstgedrehte hatte ich meist neben noch teureren fertigen Tabakzigaretten konsumiert, um wenigstens etwas Geld zu sparen. Daher hielt mein Tabak etwas länger und wegen der Gefahr des Austrocknens lag darin eine Apfelspalte.

    Stimmt, man kann sich aus heutiger Sicht nur wundern, wie viel unsereins fürs Rauchen ausgegeben hat, trotz all der Nachteile. Unglaublich, wie fest die Sucht einen im Griff hatte, dass man jede Preissteigerung schluckte.

    Dein beschriebener „Glücksmoment“ ist spektakulär, denn:
    – Heute bestimmst Du über mehr von Deinem Geld. Nicht die Sucht, nicht der Staat.
    – Mehr Freiheit ist einfach grundsätzlich was Schönes.

    Vielen Dank, dass Du mit Deinem Artikel an unserer Blogparade teil nimmst
    und weiterhin noch viele glückliche Momente.

    Liebe kollegiale Dampfblogger-Grüße
    Kurbelursel

  4. Heute ist dein Beitrag in meiner Sharingreihe dran. Ich hoffe es bringt dir ein paar extra Besucher, denn dein Beitrag ist absolut lesenswert. Als ich neulich mit meinem Mann spätabends an der Tanke war, musste ich genau an deinen Beitrag denken und hab ihm davon erzählt.

  5. Oh, wie gut ich das kenne und mit mir wahrscheinlich alle, die rauchen bzw. mal geraucht
    haben. Diese Panik, keine Zigaretten mehr zu haben. Und das schöne am Dampfen ist
    wirklich, dass man irgendwann merkt, dass der Druck weg ist. Es geht auch über einen längeren Zeitraum ohne Dampfe.
    Ich kann nur allen Rauchern empfehlen, das Dampfen auszuprobieren. Man muss keine Angst davor haben, auf etwas verzichten zu müssen. Es bedeutet soviel mehr Genuß.

    Vielen Dank für deine schöne, lebensnahe Geschichte.

  6. Pingback: Welche E-Zigarette für Einsteiger? 7 Tipps für den Umstieg | Vom Rauchen zum Dampfen