Ende der Subohm-Experimente – ich dampfe klassisch!

Obwohl ich schon im Herbst 2014 mit dem Dampfen angefangen habe, empfinde ich mich in vieler Hinsicht noch immer als Einsteigerin. Trotz der Vielfalt an Gerätschaften war ich mit den einfachen EVOD-Einsteigersets lange gut bedient. Die tauschte ich dann durch VPlums aus, etwas größere Dampfen mit regelbaren Watt, die aber insgesamt aussehen wie größere EVODs. Eigentlich reichten mir die für meine Dampfbedürfnisse, aber… ich probiere halt doch immer gerne mal was aus! 🙂

Also hab‘ ich in den letzten Monaten das „Subohm-Dampfen“ getestet. (Normale Verdampferköpfe haben so 1.5 bis über 2 Ohm Widerstand, unter „Nieder-Ohm-Dampfen“ versteht man alles unter 1.4 Ohm und „Subohm“ liegt deutlich unter einem Ohm). Ich bin da vorurteilsfrei und neugierig ran gegangen, hab‘ zwei aktuelle Sub-Ohm-Dampfen mit ihren 0,5 Ohm-Köpfen mehrfach genutzt und ihnen eine echte Chance gegeben. Allerdings konnte ich mich nicht an diese Art Dampfen gewöhnen und hab‘ sie schließlich wieder beiseite gelegt. Weitere Experimente mit ähnlichen Geräten werde ich nicht mehr machen.

Warum? Das hat mehrere Gründe:

  1. Ich brauche keine Dampfen mit 30 oder 40 Watt Leistung, denn schon die 5-16 Watt der VPlum hab‘ ich nicht ausgereizt für mein subjektiv optimales Dampferlebnis.
  2. Man spürt bei der Nutzung solcher Dampfen, dass deutlich mehr Strom fließt. Es wird alles heißer, es knistert lauter – brauche ich alles nicht.
  3. Die Drip Tips dieser und anderer Subohm-Geräte sind alles andere als ergonomisch. Ich mag kein gerades Metallrohr mit großem Durchmesser in den Mund nehmen, sondern bevorzuge geschwungene, quasi „taillierte“ Formen aus Kunststoff und Edelstahl, die sich besser anfühlen und eleganter aussehen.
  4. Ich will in etwa so dampfen, wie ich früher geraucht habe: gemütlich auf Backe! Direkte Lungenzüge, wie sie fürs Subohm-Dampfen typisch sind, mögen beim Kiffen ihre Berechtigung haben, mir sind sie eher unangenehm (es fetzt so richtig in die Lunge). Zudem befinden sich die Geschmacksnerven im Mund, nicht in der Lunge, also behalte ich den Dampf gerne erstmal einen Moment im Mund.
  5. Beim Dampfen ist es NICHT mein Ziel, möglichst große Wolken zu erzeugen, das hat mich ja auch beim Rauchen nicht interessiert. Schon mit meinen „normalen“ Dampfen kann ich mehr Dampf machen als mit jeder Zigarette, doch brauche ich das nicht. Ganz im Gegenteil dampfe ich unterwegs sogar lieber so unauffällig wie es rauchend nie möglich gewesen wäre.
  6. Der erheblich größere Liquidverbrauch beim Subohm-Dampfen kostet Geld und erscheint mir total unnötig. Ganz ebenso wie der erhöhte Geldverbrauch für die durchweg teureren Geräte und Zubehörteile.
  7. Der niedrigere Nikotingehalt, den manche als Vorteil des Subohm-Dampfens anführen, ist eine Illusion, denn es wird ja insgesamt viel MEHR Liquid verdampft, wodurch sich die Nikotin-Aufnahme wiederum erhöht.

Schaut man sich den Markt der E-Zigaretten bzw. Dampfen an, kommt es mir länger schon vor, als finde da eine Art Formel 1-Rennen statt: Immer leistungsstärkere Dampfen mit immer mehr Watt, immer elaboriertere Verdampfer, immer mehr Features. Wettbewerbe im Dampfwolken-machen, alle paar Wochen Neuerscheinungen – und alles im Subohm-Bereich, der praktisch Standard geworden ist. Wobei dann bei den Info-Texten dazu immer auch Hinweise stehen wie „Beim Sub-Ohm Dampfen gilt, je weiter man in den Sub-Ohm Bereich geht, desto gefährlicher wird es auch.“

Mir tun auch die Einsteiger leid, die heute erst zum Dampfen kommen. Die glauben glatt, das muss so und muten sich Geräte zu, die weit mehr Befassung brauchen als schlichte EVODs und Ähnliche, die vom eigentlichen Vorgang des Umgewöhnens nicht ablenken. Die Konzentration auf komplexe High-Tech-Dampfen wird viele, die „nur“ nicht mehr rauchen wollen,  in die Arme der Tabakindustrie treiben, die sich mit Geräten wie der „Vipe“ schon in der Werbung deutlich von der Dampferszene und ihren gehypten Produkten abgrenzt.

Ok, been there, done that: Für mich ist das Subohm-Dampfen durch!

Meine Experimentiertlust werde ich künftig anders befriedigen. Da es mir auf den Geist ging, integrierte Akkus „mit allem Drumrum“ ständig nachkaufen zu müssen, hab ich mir günstig eine Provari 2.5 besorgt – ein klassischer Akkuträger mit einem Ruf wie Donnerhall, was die Haltbarkeit angeht. Und weil die TPD2 mittlerweile sehr nahe ist, will ich nicht nur normale Akkus nutzen können, sondern auch keine Verdampferköpfe mehr kaufen müssen, die es vielleicht irgendwann gar nicht mehr gibt.

Ich mache mich unabhängig, soweit es geht – und werde Selbstwicklerin!

 

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Update 11.10.16:  auch der Elb-Dampfer schreibt zum Thema: Einmal Subohm-Dampfen und zurück

12 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Stimme dir zu, dass man zwar eine geringere Nikotinstärke beim Subohm Dampfen einsetzt, dafür aber viel häufiger daran zieht. Auch der Liquid Verbrauch ist höher. Ich bleibe aber vorerst dennoch dabei, da die Sub Ohm Geräte mir irgendwie wohl eine bessere Nikotinaufnahme ermöglichen. Wenn ich nicht auf Sub Ohm dampfe greife ich immer wieder doch noch zur Pyro Ziggi. Wen es als Sub Ohm Dampfer interessiert, hier gibt es eine Excel übersicht die das optimale Verhältnis zwischen Spannung (Volt/Watt) und Widerstand (Ohm) darstellt: http://gute-e-zigarette-kaufen.com/elektrische-zigarette/dampfpower-diagramm-ohm-volt/

    • Mir gefällt der zugwiederstand beim backedampfen nicht,gerade wenn man aktiv ist fehlt ein die luft weil man ewig lange dran rumnuckeln muss

  2. Pingback: Welche E-Zigarette für Einsteiger? 7 Tipps für den Umstieg | Vom Rauchen zum Dampfen

  3. Pingback: Was Umsteiger brauchen – und was nicht! | Vom Rauchen zum Dampfen

  4. Ich gebe der Autorin vollkommen Recht: Der Sub-Ohm Hype ist nur eine Marketingtrick, um die Preise künstlich in die Höhe zu treiben. Dampfe selbst seit 4 Jahren und komme mit meiner Ego-Twist (und vergleichbaren Modellen mit variabler Voltregelung) vollkommen aus. Die Sub-Ohm-Modelle und die Atomizer dazu kosten ein Vielfaches (!) und halten von der Batterieladung her nur einen Bruchteil der Zeit durch. Eine wie auch immer geartete Qualitätsverbesserung konnte ich mit einer Kangertech Subox mini nicht feststellen. Mit der habe ich erstmals gelernt, was „siffen“ und „leaken“ in der Praxis bedeutet; da muss man wie weiland Dedektiv Monk immer ein Tuch dabeihaben. Das Problem hatte ich über Jahre bei keiner einzigen „herkömmlichen“. Nein, das ist alles nichts. Back to the roots!

  5. @ Peter: Das mit dem Nikotin gehört (nach meiner Meinung) auch in die Trickkiste. Bin vom Konsum von 3 bis 4 Packungen Pyros täglich (und das über Jahrzehnte) von heute auf morgen aufs Dampfen OHNE Nikotin umgestiegen. Keinerlei Problem. Man darf halt nur keine Probleme erwarten. Dann gibt es sie auch nicht. Das Gerede von der Nikotinabängikgeit ist medizinisches Geschwafel und zum Teil Verkaufsstrategie der Shops, da nikotinhältige Basen und Liquids meist erheblich teurer sind als nikotinfreie. Es gibt keine Nikotinabhängigkeit, anderslautende Behauptungen entsprechen nicht meiner Erfahrung. Das alles dient nur dem Lockermachen von öffentlichen Geldern für diverse „Forschungs“arbeiten und Entzugsprogramme. Was uns zum Rauchen/Dampfen (ver)führt ist die Gewohnheit, etwas in der Hand zu haben, zu inhalieren und Wölkchen in die Luft zu blasen. Das geht ohne Nikotin genau so gut und wäre – allenfalls – eine Frage für den Psychologen oder Psychiater.

  6. @Franzi: Wenn etwas nicht deiner Erfahrung entspricht, heißt das nicht, dass das für alle so ist! Ein Teil der Raucher und Dampfer ist ganz klar süchtig – aber nur der kleinere Teil. Das Nachlassen des Suchtdrucks beim Umstieg auf E-Zigarette berichten im übrigen viele: es sind noch andere Stoffe, die bei Tabakverbrennung frei werden, die das Suchtpotenzial stärken. Die fallen beim Dampfen ja alle weg.

    Hier in tief schürfender Artikel mit Belegen zum Thema Sucht und Nikotin:

    http://blog.rursus.de/2013/03/nikotin-wirklich-so-schlecht-wie-sein-ruf/

  7. Hallo. Bin Mediziner und muss zu der Nikotin sucht sagen dass es den wirklich gibt. Wenn man eine Nikotin sucht hat und aufhört… Existiert der Entzug plus minus 4 Tage… rein physisch. Alles danach ist reine Kopf Sache. Wenn man wirklich die 4 Tage überstanden hat, wo es im schlimmsten Fall zu Entzugserscheinungen kommt wie Kopfschmerzen, Unruhe, zittern, schwitzen…., hat man es überstanden und der Körper ist Clean. Danach hilft das dampfen enorm da vom Kopf her immernoch Rauch gesehen wird und die Psyche besänftigt ist und man weiter das Gefühl hat zu rauchen.

  8. kann mich nur anschließen, im Moment ist es eine wahre Sub Ohm Mode. Danke an @tectone für das professionelle feedback von eines Mediziners, sehr interessant

  9. Ich bin verblüfft. Die/Der Autorin/ Autor der Zeilen ganz oben hat es direkt ins Schwarze getroffen. Alle 7 Punkte sind tatsächlich so als ob mir aus dem Herzen gelesen und geschrieben. Meine 1000 Volt und Ampere Kompliment, mit null ohm Widerstand ( was für eine Ironie, dass ich hier und zwar ganz ausnahmsweise an sub ohm greifen muss) 😉.
    Eins wüsste ich aber gerne:
    Mir sind diese ganzen Begriffe und technischen Daten und ihre Funktionen in ezigaretten (ohm, Watt, Volt etc) ganz bekannt und keine Fremdwörter, aber welches Gerät im „klassischen“ Rahmen sollte man, also ich, nehmen??!! Da bin ich, in diesem heutigen Jungle von Marken und angeboten total verloren!
    LG.
    Andre‘

  10. @André: Die Aspire Nautilus und Nautilus Mini sind backendampfergeeignet und sehr empfehlenswert.

  11. Hallo,

    hab den Artikel der Autorin auch gelesen und muss ihr auch zustimmen. Vielleicht liegt es auch an uns Frauen aber mit diesen neuartigen e-zigaretten kann ich absolut nichts anfangen. Habe mir selbst vor einiger Zeit eine etwas höhere ohm E Zigarette (sagt man das so:-( ) gekauft und konnte die gar nicht dampfen. Mir ist fast meine Lunge explodiert. Naja ich bin aber auch kein Profi und nehme dass, was mir taugt. Ich habe jetzt den Mini I stick auch wie Autorin beschrieben mit einem geschwungenen Mundstück, weil ich auch nicht gleich alles in die Lunge ziehen kann. Vollkommen ok. Passt. Was mich nur ärgert. Ich habe einen E-Zigaretten Laden wo ich immer einkaufe. Komm ich nach einem Monat rein, gibts jenen Dampferkopf nicht mehr, etc. etc. Etwas gleichbleibendes gibt es anscheinend auf diesem Markt nicht mehr und da wird es für mich schwierig, weil ich mich an etwas gewöhne und das gleiche auch gerne wieder haben möchte. Ich dampfe immer nur mit Nikotin, da ich gerne rückfällig werde. Aber ich weiß, dass der Tag kommt, wo in einem Monat gar keine Zigarette mehr dabei ist;-)
    Lg an euch alle